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News & Presse

3. August 2018

Sebastian Pitzler im Interview: „Wir wünschen uns Experimentierfelder“

Im folgenden Interview berichtet unser Managing Director Sebastian Pitzler über das InsurLab Germany und über die Vision, die dahinter steht. Dieses Interview wurde im Originial bei WiWo Gründer am 01.08.2018 veröffentlicht.

Viele Mitglieder, viele Kooperationen – zu enge gesetzliche Regelungen. In unserer neuen Kolumne berichten Digital Hubs von ihrer Arbeit. Heute: Wie steht es um Versicherungs-Start-ups?

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer. In regelmäßiger Folge berichten ab heute Vertreter der über das ganze Land verteilten Digital Hub Initiative in einem standardisierten Fragebogen, wie es um das Start-up-Ökosystem in den jeweiligen Schwerpunktbranchen steht. Zum Auftakt berichtet Sebastian Pitzler, Geschäftsführer des Trägervereins hinter dem Insurtech Hub in Köln.

Seit etwa einem Jahr ist der Insurtech Hub in Köln aktiv. Was läuft im Ökosystem bereits besser als gedacht?

Was bei uns richtig gut läuft ist, ist die Mitgliederentwicklung. Wir haben nun 58 Mitgliedsunternehmen und sind damit mittlerweile Deutschlands größte Brancheninitiative zur Vernetzung von Start-ups und Versicherern. In unseren Innovationsworkshops bringen wir unter einem bestimmten Thema, beispielsweise „Blockchain und Smart Contracts“ Start-ups mit den Mitgliedsunternehmen zusammen. Die Start-ups pitchen vor den Mitgliedern, um konkrete Pilotprojekte zu identifizieren. Beispielsweise haben wir das Berliner Start-up „Future of Voice“, ein Non-Insurtech Start-up, das sich um die Anwendung von Sprachassistenten wie Alexa kümmert, mit unseren Mitgliedsunternehmen zusammengebracht, um die digitale Kundenkommunikation zu verbessern. Außerdem haben wir ein Accelerator-Programm, bei dem wir zuletzt das Start-up „Kasko“ mit der Zurich Germany vernetzt haben. Hier wurde in nur drei Tagen eine Kooperation geschlossen. So können viel schneller neue Versicherungsprodukte entwickelt werden, als wenn das eine Seite alleine täte.

Und was läuft schlechter als erhofft?

Wir sind wie gesagt überrascht, wie viel gut läuft. Wo wir aber tatsächlich Nachholbedarf haben, ist unser Start-up-Campus. Wir bieten einen Co-Working-Space an und laden Insurtech-Start-ups und Digitaleinheiten unserer Mitgliedsunternehmen ein, mit uns zu arbeiten. Zurzeit haben wir eine Auslastung von ca. 60%. Da wollen wir noch mehr erreichen und beispielsweise durch strategische Partnerschaften das Ganze attraktiver und lebendiger gestalten.

Warum ist dieser Hub ausgerechnet an diesem Ort?

Köln ist ein Traditionsstandort für Versicherungen. Mit Versicherern wie beispielsweise Axa oder Gothaer hat er eine lange Historie, was das Thema angeht. Unsere Versicherer sind ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Die TH Köln und Universität zu Köln, die zu unseren Gründungsmitgliedern zählen, sind im Versicherungskontext ebenfalls führend. Unsere Mitglieder haben ein großes Interesse daran und die idealen Voraussetzungen dafür, die Themen Digitalisierung und Versicherung von diesem Standort aus erfolgreich voranbringen. Aber nicht nur die Konzentration, sondern auch das Netzwerk ist sehr wichtig für uns: Versicherungen decken von Hausrat über Unfall bis zu Vorsorge alle Lebensbereiche ab. Daher sind Cross-Industry-Innovationen, etwa mit den Bereichen Smart Home oder Digital Health, besonders wichtig für uns.

Und auf welchen Ort oder welche Region blicken Sie neidisch?

Neid ist das falsche Wort, aber von manchen Orten kann man sich sicherlich eine Scheibe abschneiden, wie beispielsweise von London mit seiner Fintech-Szene. Ich finde es auch großartig, was der Fintech Hub Berlin mit H:32 macht, die mit ihrem Co-Working-Space nochmal einen ganz anderen Maßstab gesetzt haben. FinLeap hat früh das Bedürfnis nach Innovation und Vernetzung erkannt und ist daher als Company Builder bereits sehr etabliert. Deswegen können sie auch jetzt schon ganz andere Kooperationspartner gewinnen. Hinzu kommt auch die Rolle Berlins als Tech-Hauptstadt Europas. Hier hat sich über Jahre ein Ökosystem gebildet, das eine entsprechend Strahlkraft entwickelt. Wir sind davon überzeugt, dass wir das in Köln für die Versicherungswirtschaft auch schaffen können.

Thema Regulierung: Welche gesetzliche Regelung würde der Branche helfen?

Die EU-DSGVO war ein wichtiger Schritt, um Daten und Persönlichkeitsrechte zu schützen. Aber Kundendaten sind essentiell für Versicherungsunternehmen: Auf deren Grundlage können neue Bedürfnisse erkannt und neue Produkte entwickelt werden. Als Branche müssen wir also in der Lage sein, keine Sammelwut zu entwickeln sondern Daten einem klaren Zweck zuzuführen – auch auf Grundlage der DSGVO. Für ein etabliertes Versicherungsunternehmen mit eigener Rechtsabteilung ist dies sicherlich noch machbar, für ein Insurtech-Start-up stellt das aber schon eine Herausforderung dar. Ich würde mir daher von gesetzlicher Seite so etwas wie limitierte Experimentier- oder Testfelder wünschen, in denen Start-ups in einem geschützten Raum mit Unternehmen Dinge ausprobieren können, ohne dass direkt Datenschutz oder andere Richtlinien eine Rolle spielen.

Stichwort Kooperationen: Sind Mittelständler und Konzerne eher Freund oder Feind?

Meiner Meinung nach sind Kooperationen zwischen Start-ups und Mittelständlern oder auch etablierten Großunternehmen einer der zentralen Erfolgsfaktoren für Innovationen und Digitalisierung. Mittlerweile ist allen bewusst, dass Kooperation und Kollaboration für neue Erfolgsmodelle sorgt. Daher: definitiv Freund. Die Konzerne haben entdeckt, dass sie nicht mehr alles selber entwickeln können und müssen.

Was wird das nächste große Ding in diesem Themenbereich?

Zum einen wird es durch Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge oder Blockchain neue Möglichkeiten geben, beispielsweise für die Kalkulation von Versicherungsprodukten oder Abwicklung von Prozessen. Dort liegt viel Potenzial für Optimierung von bestehenden Prozessen, aber auch für echte Produkt- und Service-Innovationen. Zudem werden sich Versicherungen vom reinen Kostenerstatter zum aktiven Lebensbegleiter entwickeln, indem sie Präventionen stärker fördern. Ein Beispiel ist etwa Smart Home: Durch connected devices können Schäden früher erkannt oder sogar verhindert werden. Der Kunde hat dadurch weniger Verlust und die Versicherung einen geringeren Schadensaufwand. Dies ist eine große Chance für die Versicherungen: Sie werden nicht mehr nur aktiv, wenn etwas passiert ist, sondern helfen dabei, im Alltag Schäden zu vermeiden. Auch im Bereich Digital Health sind mit Apps und Wearables solche Ansätze denkbar, etwa wenn Krankheiten früher erkannt und aktiv gegengesteuert werden kann. Hier spielt der Einsatz von Daten eine entscheidende Rolle.

 

 

 

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